Die Vertriebspipeline wird dünn. Leads: Mangelware. Die Quartalszahl drückt. Marketing und Vertrieb unter Druck. Typische Herausforderung im B2B Vertrieb. Und im Meeting fällt der Satz: „Wir brauchen mehr Sales Support. Mehr Verkaufschancen. Mehr Neukunden.“ Klingt wie ein Plan. Ist es aber nicht. Erstmal nur eine Ansage, die sich bis zum nächsten Meeting wieder in Luft auflöst.
Denn dann kommt die Frage, die kurz im Raum hängt, die sich aber kaum jemand auszusprechen traut: Wer macht das denn jetzt? Machst Du das? Macht die Chefin das? Der neue Praktikant, der gerade erst die Kaffeemaschine gefunden hat? „Ne, dafür hab ich keine Zeit“, sagt der eine. „Ich bin doch im Aussendienst, für die Bestandskundenbetreuung und Pflege der Kundenbeziehungen. Für sowas bin ich nicht da“, sagt der andere.
Traurige Konsequenz: Es macht keiner. Die Pipeline bleibt mau. Ungefüllt. Und für den Geschäftsführer steht die traurige Frage im Raum: Baust Du das jetzt auf, mit allem, was dazugehört? Oder holst Du Dir jemanden? Einen, der es kann. Natürlich für möglichst wenig Geld. Diese Entscheidung wird in den meisten Unternehmen aus dem Bauch heraus getroffen. Selten reflektiert oder in all ihrer Tragweite zu Ende gedacht.
Wir reden hier nicht vom Hörensagen. Ich hab’s selbst erlebt. Als Unternehmensberater in großen Konzernen, vor allem aber im Mittelstand. Als Leiter Strategisches Marketing in der Telekommunikation, als Marketing Director eines großen Business-Intelligence-Anbieters. Und auf der anderen Seite des Tisches: als Geschäftsführer einer großen Marketing- und Vertriebsagentur sowie als Inhaber des VERTRIEBWERK. Mit Dienstleistungen wie z.B. Vertriebsberatung, eigener Vertriebstätigkeit, Führung großer Vertriebssupport-Teams, Unterstützung beim Aufbau einer Inside-Sales-Abteilung bei Kunden sowie unzähligen Trainings und Coachings im Bereich Vertrieb. Ich glaube also zu wissen, wovon ich spreche. Weil ich das seit 25 Jahren in B2B Unternehmen mache.
Deshalb soll dieser Beitrag Dir zeigen, wann sich B2B-Vertriebsunterstützung intern aufbauen lässt, wann Vertriebsoutsourcing die klügere Wahl ist. Und worauf Du achten solltest. Damit Du eine größere Chance hast, die richtige Entscheidung zu treffen. Und nicht irgendwelchen vertrieblichen Blendern auf den Leim gehst. Denn davon gibt es im Business-to-Business-Vertrieb genug. Die Liste meiner Enttäuschungen ist lang.
Das Wichtigste in Kürze
- B2B-Vertriebsunterstützung reicht von einzelnen Aspekten, wie der Entwicklung einer B2B-Vertriebsstrategie oder Customer Relationship Management (CRM) über Leadgenerierung durch Telemarketing, Automatisierung, KI-gestützte Tools bis zur kompletten Auslagerung des Vertriebs – es gibt nicht die eine Form. Manchmal liegt die Wahrheit auch in der Mitte.
- Intern aufbauen bedeutet: volle Kontrolle, aber auch volles Risiko bei Recruiting, Einarbeitung, Fluktuation und Führung interner Vertriebsteams.
- Vertriebsoutsourcing bietet Dir sofortigen Zugriff auf langjährige Erfahrung und tiefgehende Expertise in Vertriebsprojekten. Und nimmt Dir darüber hinaus ein extrem hohes Risiko im Bereich Vertriebssupport ab: das People-Management, mit all seinen Problemen und Herausforderungen. Vorausgesetzt, die B2B-Vertriebsagentur hält, was sie verspricht.
- Die Komplexität oder Erklärungsbedürftigkeit Deines Angebots ist kein Argument für „lieber intern“. Anders als im B2C ist sie sogar ein Argument für einen B2B-Vertriebspartner, der Dich, Dein Unternehmen und die von Dir angebotenen Leistungen wirklich durchdringt. Und in der Lage ist, diese auf das für potenzielle Kunden Elementare zu reduzieren. Mehrwert und Kundennutzen. Vielleicht sogar Deine Unique Value Proposition. Wenn es die denn gibt.
Was ist B2B-Vertriebsunterstützung?
B2B-Vertriebsunterstützung bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen seinen Vertrieb ergänzt, entlastet oder ganz übernehmen lässt. Von der Entwicklung einer Vertriebsstrategie bis hin zum Verkaufsabschluss. Wird diese Unterstützung ganz oder nur teilweise an einen externen Partner übergeben, spricht man von Vertriebsoutsourcing. Die Aufgaben können sich dabei auf die Kundenbindung in Geschäftsbeziehungen oder aber auf die Gewinnung von Neukunden richten.
Ob Du es B2B-Vertriebsunterstützung, Vertriebsunterstützung B2B, Sales Support oder Vertriebssupport nennst – gemeint ist immer derselbe Tätigkeitsbereich mit mehr oder weniger denselben Vertriebsaufgaben. Die Begriffe werden im Markt nicht einheitlich und teils sogar widersprüchlich verwendet.
Wir haben uns angeschaut, was der Markt darunter tatsächlich versteht – nicht nur, was auf unserer eigenen Website steht. Das Ergebnis lässt sich grob in sechs Bereiche clustern:
- Strategische Vorarbeit: Marktanalyse, Vertriebsstrategie, Positionierung, Zielgruppendefinition, Definition der ICP oder Buyer Personas. Eben das Fundament als übergeordneter Kompass, an dem sich alle daran anknüpfenden Maßnahmen auszurichten haben.
- Kontaktaufbau über mehrere Kanäle: Kaltakquise und Telefonakquise, LinkedIn und Social Selling, E-Mail-Outreach – häufig als kombiniertes Multi-Channel-System. Mehr dazu, inklusive der Frage, was einen Lead überhaupt zum Lead macht, in unserem Beitrag „Was ist B2B Leadgenerierung?“
- Qualifizierung und Terminmanagement: Adressqualifizierung, Buying-Center-Qualifizierung bei B2B-Kunden, Terminvereinbarung, Lead-Generierung und Lead-Nurturing, klassischer Vertriebsinnendienst.
- Abschluss und Kundenentwicklung: Verkaufsgespräche, Remote Selling bis zum Abschluss via MS Teams oder Zoom, Cross- und Upselling bei Bestandskunden, Nachfassmanagement oder Kundenrückgewinnung.
- Vollständige oder teilweise Auslagerung: Sales-as-a-Service, Vertriebsoutsourcing auf Projektbasis oder als komplettes Business Process Outsourcing.
- Training, Coaching und Recruiting: Vertriebsschulungen, Einzelcoaching, Skript- und Pitch-Optimierung, teils auch Unterstützung bei der Personalsuche.
Intern ist es schwer vorstellbar, diese Bereiche mit eigenen Vertriebsmitarbeitern in hoher Kompetenz abzudecken. Fraglich ist aber auch, ob B2B-Vertriebsagenturen dies in Gänze richtig gut hinbekommen. Vor allem: in versprochener Qualität.
Und genau das ist der Punkt, den dieser Beitrag klären soll: Was davon lohnt sich, selbst aufzubauen, und was gibst Du besser ab? Und wenn abgeben, was dann an wen?
Unstrittig ist: Der Markt für diese Dienstleistungen ist gigantisch. Der weltweite Markt für Sales- und Marketing-Outsourcing lag 2022 bei rund 28,65 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 soll er sich auf etwa 57,46 Milliarden US-Dollar fast verdoppeln – ein jährliches Wachstum von 9,4 Prozent. So die Zahlen von Grand View Research. Vertriebsoutsourcing ist also längst kein Randthema, sondern ein Markt, der spürbar wächst, um Unternehmensziele zu erreichen.
B2B-Vertriebsunterstützung intern aufbauen: die Realität im B2B Vertrieb
Ein eigenes Team klingt erstmal nach der naheliegenden Lösung. Volle Kontrolle. Direkter Zugriff. Tiefes Produktwissen von Anfang an. In der Praxis werden dabei regelmäßig sechs Herausforderungen unterschätzt, mit denen wir tagein, tagaus zu kämpfen haben:
- Time to Impact: Von der Stellenausschreibung bis zum ersten verlässlichen Ergebnis vergehen Monate. Recruiting, Einarbeitung, das Austesten von Ansprache und Vorgehen. Die Pipeline? Steht still. Der Sales Funnel bleibt leer.
- Recruiting und Personalentwicklung: Für viele der oben genannten Rollen braucht es einen Mix an Kompetenzen, Skills und Motivation. Analytische Fähigkeiten, Durchhaltevermögen, Motivation, Leidensfähigkeit und echte Kommunikationsstärke auf Augenhöhe mit Entscheidern. Dazu die Fähigkeit, komplexe Themen in einen kurzen, überzeugenden Pitch zu packen. Schwer zu finden. Zumindest in einer Person.
- Mangelnde fachliche Kompetenz: Für viele der Aufgaben in der B2B-Vertriebsunterstützung gibt es keine Ausbildung. Vieles ist Persönlichkeit und durch „Learning by Doing“ aufgebaute Kompetenz. Und die kann man nicht vorab felsenfest prüfen. Wie gut oder schlecht ein Mitarbeiter ist, merkst Du erst nach einiger Zeit. Und dann musst Du Dir die Frage stellen: Lohnt sich hier die Entwicklung des Mitarbeiters noch, oder nicht. Aus einem trainierten Esel wird nie ein Rennpferd.
- Motivation und Führung: Wer ein Team aufbaut, das täglich mit vertrieblicher Ablehnung konfrontiert wird, wird automatisch zu einer Art Papa, Therapeut und Seelsorger. Das ist so. Das musst Du wissen. Und abkönnen. Du kümmerst Dich um alles. Nicht nur um die fachlichen Dinge. Um private Sorgen, Demotivation und Frust, krankheitsbedingte Ausfälle, häufige Kündigungen und Mitarbeiterrotation. Das bringt nicht jeder mit. Möchte vielleicht auch nicht jeder. Führungsarbeit, die nie aufhört.
- Mitarbeiterfluktuation: Im Vertriebssupport gehören ordentliche und außerordentliche Kündigungen zum Tagesgeschäft. Häufig von Dir angestoßen – oder weil ein Mitarbeiter plötzlich und unerwartet das Handtuch schmeißt. Das musst Du wissen. Vielleicht nicht mögen, aber abkönnen. Mit all dem Druck, der aus solch unerwarteten Dingen resultiert. Du brauchst eine ausgeprägte Resilienz.
- Flexibilität und Skalierbarkeit: Ein internes Team hat eine bestimmte – kurzfristig fixe – Größe. In größeren Unternehmen lässt sich auch nicht einfach so ein weiterer Headcount durchsetzen. Läuft es gut, möchtest Du den Personalbestand am liebsten verdoppeln. Man lässt Dich aber nicht. Das Groteske: Man fragt Dich dann trotzdem, warum Du den Umsatz nicht verdoppeln konntest. Läuft’s schlechter: Dann sitzt Du auf Personalkosten, die sich nicht über Nacht abbauen lassen.
📌 Ein Beispiel aus unserer Vertriebspraxis: Einer unserer Kunden aus dem Business-Intelligence-Umfeld hat genau das durchexerziert. Er wollte sich einen eigenen Vertriebssupport aufbauen – intern, mit eigenem Team. Wir hatten davon abgeraten, aber er wollte es anders. Beim Aufbau eines Inside-Sales-Teams konnten wir noch unterstützen. Denn da haben wir reichlich Erfahrung. Aber der Regelbetrieb in Eigenregie wurde schlagartig zum Desaster. Falsche Leute gesucht und gefunden, Hire-and-Fire, dazu ständige Krankmeldungen. Der Klassiker. Sowie Über- und Unterforderung von Mitarbeitern. Am Ende hat er sich entschieden, das Thema Vertriebsunterstützung komplett auszulagern. An uns. Und seitdem hat er mit all dem Leidensdruck nichts mehr zu tun. Der liegt nun wieder bei uns. Aber: Die Pipeline ist voll, prallgefüllt mit hochwertigen Leads.
Der interne Aufbau einer B2B-Vertriebsunterstützung ist deshalb nicht grundsätzlich falsch. Und natürlich kann das auch langfristig richtig gut funktionieren. Wenn man einen langen Atem hat. Nur: Die Entscheidung dafür sollte bewusst unter Abwägung aller Vor- und Nachteile fallen. Im Wissen, was an dieser Entscheidung alles dranhängt. Und nicht aus der unreflektierten Annahme heraus, dies sei der einfachere Weg.
Vertriebsoutsourcing: Die Vorteile für Deinen B2B-Vertrieb
Die Alternative: ein spezialisierter Partner, der B2B-Vertriebsunterstützung als Kerngeschäft betreibt – nicht als Nebenaufgabe. Und keine Sorge, Du bist damit nicht allein, sondern in bester Gesellschaft: Studienergebnisse belegen es. Weltweit lagert bereits jedes zweite Unternehmen Front-Office-Aufgaben wie den Vertrieb an externe Partner aus, wie die Global Outsourcing Survey 2024 von Deloitte unter mehr als 500 Führungskräften zeigt. Vertriebsoutsourcing ist also längst Normalität im vertrieblichen Alltag.
Zu den Vorteilen zählen z.B. folgende Punkte:
- Sofort verfügbares Know-how: Ein eingespieltes Team bringt eine Erfahrung mit, die ein internes Team erst über Jahre aufbaut. Die Einarbeitung in Deine Produkte und Dienstleistungen oder Lösungen dauert nur Tage bis Wochen. Nicht Monate. Voraussetzung: Die B2B-Vertriebsagentur hat reichlich Expertise im B2B-Umfeld. Denn wenn sie ihr Handwerk versteht, entwickelt sie schon in kurzer Zeit ein tiefes Verständnis für Deinen Markt, die Kundenbedürfnisse und Kundenanforderungen und Deine angebotenen Leistungen sowie die entsprechende Kundenansprache und Neukundengewinnung. Und identifiziert Potenziale für Vertriebsprozesse, Vertriebskanäle und die Neukundenakquise.
- Tiefgehende B2B-Vertriebsexpertise: Eine richtig gute B2B-Vertriebsagentur verfügt über breite und tiefe Vertriebskompetenz. Damit ist sie schnell in der Lage, sich in Deine Herausforderungen einzuarbeiten, um punktgenaue, effektive vertriebliche Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen. Gerade diese schnell zu durchdringen und dann wieder in eine einfach verständliche vertriebliche Botschaft zu überführen, ist eine Kernkompetenz guter B2B-Vertriebsdienstleister.
- Branchenerfahrung: Verfügt der Dienstleister für B2B-Vertriebsunterstützung über zahlreiche Branchenerfahrungen, kannst Du daran sehr schnell partizipieren. Du profitierst von den ganzen bewährten Best-Practices, d.h. den bereits in Deiner Branche gemachten Erfahrungen. Dadurch musst Du Dir nicht dort die Nase blutig stoßen, wo er schon Erfahrungen gemacht hat. Das ist Gold wert.
- Kein People-Management: Recruiting, Krankheitsausfälle, Fluktuation, die ständige Führungsarbeit – das übernimmt der Dienstleister. Für Dich bleibt die Steuerung. Nicht die tägliche Personalführung – mit all ihren Problemen.
- Kontrollhoheit und Transparenz: Verlierst Du die Kontrolle über die Ansprache Deiner Kunden? Berechtigte Sorge. Die Antwort hängt am Partner. Seriöse Anbieter liefern transparentes Reporting für die Erfolgsmessung und regelmäßigen Austausch. Sie übernehmen die operative Ausführung. Nicht die strategische Steuerung. Das schafft Vertrauen.
- Skalierbarkeit und Flexibilität: Ändert sich Deine Auftragslage, passt sich die Kapazität bei einem externen Partner in aller Regel deutlich schneller an als bei einem festen internen Team. Möchtest Du Deine Vertriebsaktivitäten ausweiten, fährst Du innerhalb weniger Tage hoch. Bei einer Reduzierung der vertrieblichen Anstrengungen entsprechend runter. Ganz einfach und flexibel. Bedarfs- und budgetgerecht.
- Umsatzeffekt: Und dann ist da noch das Thema Closing. Die meisten Unternehmen haben natürlich eigene Vertriebler. Aber leider zeigen unsere Erfahrungen: Da tummeln sich im Vertriebsteam nicht selten viele schwarze Schafe, die sich nicht wirklich durch glorreiche Vertriebsfähigkeiten hervortun. Manchmal lernen wir zu Beginn eines Leadgenerierungsprojekts durch Kaltakquise die Mitarbeiter kennen, die die von uns gemachten Termine mit potenziellen Kunden später wahrnehmen. Und leider wissen wir schon nach kurzer Zeit, dass das Projekt wenig erfolgversprechend ist. Nicht aufgrund der von uns gemachten Termine. Sondern wegen Art und Weise, wie diese Entscheidergespräche durchgeführt werden. Schade. Für den Kunden, aber natürlich auch für uns. Denn am Ende lag es dann an der schlechten Terminqualität. Übernimmt die Vertriebsagentur für Dich auch die Termine, kann das einen riesigen Impact auf den Projekterfolg sowie die Neukunden- und Umsatzgenerierung haben. Weil sie richtig gut im Remote Selling ist.
Wann lohnt sich was? Die Entscheidungsfragen
Auch wenn die Risikoabwägung oft für einen Partner spricht: Ein Blick auf Deine eigene Situation lohnt sich immer. Stell Dir folgende Fragen:
- Wie groß ist der Zeitdruck? Brauchst Du kurzfristig Ergebnisse – zur Rettung der Quartalsergebnisse, für einen Produktlaunch, die schnelle Erschließung eines neuen Marktsegments? Dann spricht das klar für Vertriebsoutsourcing. Vorteil: Effizienz.
- Wie reif ist Dein bestehender Vertrieb? Steckt er noch in der Aufbauphase, bringt ein externer Partner meist zusätzlich Kompetenz und Struktur mit, von der das ganze Team profitiert. Oder fehlt es in einzelnen Teilaufgaben an den vertrieblichen Skills? Dann empfiehlt sich hier zumindest eine Auslagerung einzelner Teildisziplinen. Vielleicht auch Vertriebstrainings und -coachings für einzelne Vertriebsmitarbeiter.
- Ist der dauerhafte Aufbau eines internen Vertriebssupports tatsächlich ein strategisches Unternehmensziel? Inklusive der Bereitschaft, die Führungsarbeit über Jahre zu leisten? Nur bei einem klaren Ja überwiegt der langfristige Vorteil eines eigenen Teams. Aber natürlich kann auch in diesem Fall eine Vertriebsberatung ganz zu Beginn und dann hier und da in einzelnen Entwicklungsphasen der Organisation unterstützen. Ohne eben dauerhaft eingebunden zu sein.

⚠️ Ein Mythos, der sich hartnäckig hält: „Unsere Produkte oder Dienstleistungen sind zu komplex, zu erklärungsbedürftig, das können nur wir selbst verkaufen.“ Hören wir oft. Stimmt so pauschal nicht. Wir arbeiten seit 30 Jahren fast ausschließlich mit Anbietern erklärungsbedürftiger Produkte, Dienstleistungen und Lösungen zusammen. Erklärungsbedürftigkeit ist kein Argument für „lieber intern machen“. Sie ist ein Argument dafür, dass derjenige, der verkauft – ob intern oder extern – komplexe Inhalte wirklich durchdringen und in eine klare, nutzenorientierte Sprache übersetzen können muss. Eine eigene Kompetenz. Hat mit dem Ort, an dem jemand sitzt, nichts zu tun.
Viele Unternehmen fahren im Übrigen am besten mit einem hybriden Modell: Ein externer Partner übernimmt Kontaktaufbau und Qualifizierung, während sich das interne Team auf Angebote und Abschlüsse konzentriert. Oder umgekehrt: Die komplette Kette bis zum Closing geht extern, wenn der eigene Vertrieb schlicht fehlt oder zu schwach aufgestellt ist. Oder die weniger spaßigen Aufgaben, wie z.B. die Kaltakquise schlicht und ergreifend nicht übernehmen möchte.
Woran Du einen seriösen Anbieter erkennst
Schau Dir zehn Wettbewerber-Websites zum Thema Vertriebsunterstützung B2B an. Auffällig: Äußerst viele bieten nahezu alles an. Software zur Analyse, Vertriebsstrategien, Kaltakquise, Tools für den Vertrieb, E-Mail-Marketing, LinkedIn Marketing und Social Selling, Marketing Automation, Ki-gestützte Technologien, digitale Leadfunnels, Training & Coaching, Webinar-Marketing, Whitepaper Marketing, Google Ads, SEO, Executive Search, Vertriebscontrolling und vieles mehr. Alles in einem Atemzug. Ein Leistungskatalog wie ein Wühltisch. Kauf 3, zahl 1. So funktioniert das nicht. Das ist unseriös.
Kein Warnsignal für sich genommen. Aber die Länge der Leistungsliste sagt nichts über die Qualität aus. Entscheidend ist, ob ein Anbieter das, was Du konkret brauchst, nachweislich gut kann. Durch Referenzkunden, Customer Success Stories bis hin zur Bereitschaft mit einem seiner Kunden mal telefonieren zu dürfen. Nicht, ob er nebenbei noch zig andere Dinge im Koffer hat. Wie Du das bei einem Anbieter für Telefonvertrieb konkret prüfst, zeigen wir Dir an zehn Punkten zur Auswahl einer Telemarketing Agentur im B2B.
Worauf Du also wirklich achten solltest:
- Systematik statt Bauchgefühl. Gibt es einen klaren Prozess von der Zielgruppendefinition über die Datenqualität bis zur Übergabe und Projektabwicklung – oder wird einfach drauflos gearbeitet?
- Branchenerfahrung mit vergleichbaren Angeboten. Kann der Partner nachweisen, dass er auch komplexe, erklärungsbedürftige Angebote überzeugend vermittelt, statt nur Standardprodukte zu verkaufen? Oder ist er auch – oder sogar vorrangig – im B2C-Vertrieb unterwegs? Das ist entscheidend für Deinen Vertriebserfolg im Business-to-Business.
- Transparentes Reporting. Bekommst Du nachvollziehbare Daten zu Aktivitäten und Ergebnissen, oder nur eine monatliche Rechnung?
- Echte Vertriebsprofis statt anonymer Stimmen. Sprichst Du mit erfahrenen Sales Managern, die Dein Geschäft verstehen wollen – oder mit austauschbaren Callcenter-Agenten, die ein Skript ablesen? Und oft nicht in der Lage sind, sich gut zu artikulieren und versiert ein echtes Entscheidergespräch zu führen?
Und dann sind da noch die skurrilen KI-Fetischisten, die sich gerade im Umfeld von Vertrieb und Vertriebssupport besonders wohlfühlen (ohne jemals da gewesen zu sein): der KI-Telefonagent, der angeblich Deine komplette Kaltakquise übernimmt – rechtlich in Deutschland kaum sauber umsetzbar und in der Praxis meilenweit von einem echten Verkaufsgespräch entfernt. Oder der selbsternannte Vertriebs-Guru mit einem Jahr Erfahrung, der überzeugt ist, das Rad gerade neu erfunden zu haben. Beides erkennst Du daran, dass große Versprechen auf sehr dünner Substanz stehen. Frag einfach nach echten Referenzen und echten Zahlen oder Jahren – dann trennst Du schnell die Spreu vom Weizen.
Was kostet B2B-Vertriebsunterstützung?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Wer Dir pauschale Preise nennt, ohne Dein Angebot, Deine Zielgruppe und Deinen Markt zu kennen, verkauft Dir Hoffnung oder will Dir etwas andrehen.
Was den Preis treibt: die Zielgruppe. Je enger und höher die anvisierte Unternehmensgröße oder Entscheiderebene, desto aufwendiger die Ansprache. Die Komplexität Deines Angebots – erklärungsbedürftige Lösungen brauchen mehr Vorarbeit und einen Partner, der sie wirklich versteht. Der gewählte Umfang – reine Terminvereinbarung hat einen anderen Preis als Vertriebsoutsourcing bis zum Closing. Denn am Closing hängt Umsatz dran. Das sollte Dir vielleicht noch mehr wert sein. Und der Qualitätsanspruch – ein qualifizierter Termin mit einem echten Entscheider ist etwas anderes als eine bloße Kontaktliste.
Ein belastbarer Preis entsteht im Erstgespräch, nicht auf einer Preisliste im Internet. Und die aussagekräftigste Kennzahl ist ohnehin nicht der Preis pro Maßnahme, sondern der Preis pro gewonnenem Kunden. Wir sind nicht die Günstigsten. Aber jeden Euro wert.
Häufige Fragen zur B2B-Vertriebsunterstützung
B2B-Vertriebsunterstützung – auch Vertriebssupport oder Sales Support genannt – ist der Oberbegriff für alle Maßnahmen, die Deinen Vertrieb ergänzen oder entlasten – intern wie extern. Vertriebsoutsourcing bezeichnet konkret die Auslagerung dieser Aufgaben an einen externen Partner, ganz oder teilweise.
Pauschale Preise sind unseriös. Die Kosten hängen von Zielgruppe, Angebot, Umfang und Qualitätsanspruch ab und entstehen erst im Erstgespräch. Aussagekräftiger als der Preis pro Maßnahme ist der Preis pro gewonnenem Kunden.
Ja, gerade dort oft besonders. Kleine Unternehmen haben selten die Ressourcen, ein eigenes Team über die komplette Kette aufzubauen. Punktuelles Vertriebsoutsourcing für Kontaktaufbau oder Terminvereinbarung ist hier oft der schnellere und risikoärmere Weg als eine eigene Neueinstellung mit allen damit verbundenen Risiken.
Die Begriffe werden oft synonym benutzt. Der eigentliche Unterschied liegt im Umfang: Reine Terminvermittlung ist etwas anderes als ein Partner, der auch strategische Vorarbeit, Qualifizierung und im Zweifel den Abschluss selbst übernimmt.
Ja, und das ist in der Praxis sogar der Normalfall. Viele Unternehmen kombinieren: externe Unterstützung für Kontaktaufbau und Qualifizierung, während Angebote und Abschlüsse intern bleiben – oder umgekehrt.
Fazit: B2B-Vertriebsunterstützung ist eine bewusste Entscheidung, die äußerst reflektiert gefällt werden sollte
„Wir brauchen mehr Sales Support“ ist kein Plan. Ein Plan beginnt mit der Frage, wer denn was tun soll. Und mit welcher Erwartung an Tiefe, nicht nur an Breite. Und natürlich welche Skills dafür erforderlich sind und ob diese intern vorhanden sind.
Intern aufbauen kannst Du. Wenn Du bereit bist, Recruiting, Einarbeitung und dauerhafte Führungsarbeit zu leisten – Papa für alles und alle inklusive. Vertriebsoutsourcing ist für die meisten Unternehmen der schnellere, planbarere Weg. Vorausgesetzt, der Partner liefert echte Tiefe statt eines langen Leistungskatalogs.
Und bei uns heißt B2B-Vertriebsunterstützung nicht Beratung auf der Ebene einer PowerPoint-Folie. Sondern Umsetzung bis zum Ergebnis. Und wir machen uns regelmäßig auch gern die Hände schmutzig. Schließlich leben und lieben wir Vertrieb.
Wenn Du unsicher bist, welcher Weg für Dich der richtige ist: Sprich uns einfach hier unten an und drücke den Button für eine Terminvereinbarung. Das Kennenlerngespräch ist natürlich völlig unverbindlich. Aber es liefert Dir einen Mehrwert. Denn Du erhältst eine erste Indikation darüber, was wir für sinnvoll und effizient für Deinen Vertriebsprozess erachten. Selbst wenn Du oder wir zu der Erkenntnis kommen, dass wir nicht der richtige Partner für Dich sind.